• Fränzi Erni
  • 25. Februar 2006

Burgbühlkurs

"Pflanzenheilkunde, unsere Apotheke im Garten" war das diesjährige Thema des Bürgbühlkurses, welcher am 25. und 26. Februar 2006 stattfand. Organisiert wurde dieser Kurs von der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft katholischer Landjugend (SAKLJ).

So gegen 13.00 Uhr trafen die ersten Teilnehmenden in St. Antoni im Kanton Freiburg ein. Von überall her kamen junge Leute angereist. Alle waren gespannt darauf, was dieses Wochenende wohl bringen wird. Einige waren das erste Mal an einem SAKLJ-Anlass, viele zog es aber zum wiederholten Mal an einen Kurs der SAKLJ.

Nach dem Zimmerbezug traf man sich in der Aula zu Kaffee und Kuchen. Jeder stellte sich in der Runde kurz vor und schon ging's los. Der Referent, Raffael Gmünder aus St.Gallen fing ganz von vorne an. Wir bekamen einen Einblick in die Geschichte der Naturheilkunde. Es wurde uns vor Augen geführt, dass wir all unsere heutigen Erkenntnisse verschiedenen Personen aus längst vergangenen Zeiten zu verdanken haben.

Homöopathie beruhe auf dem Ähnlichkeitsgesetz. Das heißt "Ähnliches wird mit Ähnlichem geheilt". Sich nach einer Verbrennung die Hautstelle mit kaltem Wasser zu kühlen, wäre demnach falsch. Laut Homöopathie müsste man nochmals zum heißen Gegenstand gehen und nochmals mit wenig Wärme die Hautstelle behandeln. Es funktioniere! Es wurde beobachtet, dass weniger große Brandblasen entstehen. Was nun dieses Beispiel mit Heilpflanzen zu tun hat, fragte ich mich. Das Ähnlichkeitsgesetz besage, dass ein Heilmittel eine Krankheit heilen kann, wenn es bei einem gesunden Menschen Symptome hervorruft, die denen der Krankheit ähneln. Würde man also eine x-beliebige Heilpflanze in großen Mengen einnehmen, hätte man genau die Symptome der Krankheit, gegen welche sie wirkt.

Zur Auflockerung durften wir nun mal aktiv werden. In kleineren Gruppen konnten wir aus dem Konzentrat des Sonnenhutes (Echinacea) homöopathische Kügelchen (D6) herstellen. Was dieses D6 bedeutet wurde uns nun klar. Die Zahl Sechs stehe für die sechsfache Verdünnung. Je höher diese Zahl sei, desto höher die Wirkung. Bei manchen kamen da schon gewisse Zweifel auf, wie dieser Wirkstoff in so geringer Konzentration noch wirken kann. Wenn man bedenkt wie wenig des Wirkstoffes schlussendlich in dem Endprodukt enthalten ist!

Weiter ging's dann mit der Signaturenlehre. Dessen Grundgedanke sei, dass uns der Schöpfer auf eine gewisse Weise auf die Heilkräfte der Pflanzen hinweist. Es existiere eine Art Geheimsprache der Natur. Es ist schon erstaunlich, denn überall da wo man ständig hintritt wachsen Pflanzen gegen Knickungen und Verletzungen (Breitwegerich). Oder an steinigen Orten wachsen Pflanzen, die steinige Materien in Harn und Gallenwegen auflösen und ausführen können (Ginster). So lernten wir wieder viel Interessantes dazu.

Man merkte sichtlich, dass Raffael Gmünder mit Leib und Seele als Drogist arbeitet und auch kompetent, die so zahlreich gestellten Fragen beantwortete. Seine humorvolle, direkte und unkomplizierte Art fand bei allen Zuhörern großen Anklang.

Nach dem Abendessen traf man sich wieder in der Aula. Auch da wurden wir noch gefordert, sei es bei einem Spiel bei dem es galt, die originellste Menschenpyramide zu Stande zu bringen oder bei einem amüsanten Theater, dessen Schauspieler ein Haus, den Vorhang oder einen Baum darstellen mussten. Die restliche Zeit bis in die frühen Morgenstunden verbrachten wir mit Tanzen, Musizieren, Kartenspielen, Plaudern oder genossen einfach die gemütliche Stimmung in der Kaffeestube.

Den Sonntagmorgen widmeten wir den Heilpflanzen, ihren Wirkungen und Anwendungen. Einzelne Exemplare besichtigten wir sogar in der Gartenanlage des Bildungszentrums Burgbühl. Auch eine Diskussionsrunde zum Thema "Ganzheitlich geheilt werden" war Teil dieses Morgens. Wir waren uns einig, dass zum Gesundwerden eine positive Einstellung und auch der feste Glaube an die Wirkung homöopathischer Mittel eine wichtige Rolle spielt. Unsere Ansicht war auch, dass ein zufriedener ausgeglichener Mensch, der in einem intakten sozialen Umfeld lebt viel weniger auf Krankheiten anfällig ist.

Nach dem Mittagessen fand der Kurs mit einem besinnlichen Gottesdienst seinen Abschluss. Mit einem Bündel voller schönen Erinnerungen an gemütliche und auch viele lehrreiche Stunden dieses Wochenendes, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, nach St. Antoni zu kommen.