• Karin Müller
  • 18. September 2005

Rally in Schottland

Als ich hörte, dass ich ans Rally 2005 nach Schottland gehen darf, war ich mir noch nicht ganz bewusst, was das heisst!

Als wir nach einer langen Reise am Flughafen von Edinburgh ankamen, wurden wir gleich von den Young Farmers begrüsst. Nachdem noch etliche andere Teams aus ganz Europa angekommen waren, fuhren wir zu unserer Unterkunft, der Strathallan School, nach Perth. Es erwies sich als sehr schönes Internat, in dem es Einzelzimmer für alle TeilnehmerInnen hatte. Anschliessend konnten wir ein Essen geniessen und bei verschiedenen Spielen die anderen Teams kennen lernen.

Am Sonntag war die offizielle Eröffnungsfeier. Es war eindrucksvoll, Leute aus ca. 21 Nationen mit ihren Trachten zu sehen. Man hatte immer wieder etwas zu bestaunen. Am Nachmittag spielten wir die Highland-Games. Paarweise wurden die Nationen eingeteilt. So waren die Schwedinnen unsere Partnerinnen. Trotz kleinem Handicap (wir waren «nur» Frauen), konnten wir uns im vordersten Drittel platzieren. Da staunte manch ein Mann!

Am Montag gingen dann die Kurse los. Interessant wurde es, als wir morsen lernten. Sich gegenseitig Wörter schicken, war jetzt angesagt. Es wurde von jedem eifrig mitgefiebert, wollte man doch zur besten Gruppe gehören. Sich nach Anweisungen - Pfeiffsignale - durch einen Hindernisparcours führen lassen, brauchte doch einiges an Vertrauen und ein gutes Gedächtnis. Waren nun zwei Pfiffe von links oder rechts zu hören? Eine sehr gute Übung, um Vertrauen zu anderen aufzubauen. Mit der Sprache war das so manchmal ein Problem, aber man kann sich ja auch mit Händen und Füssen verständigen. Die Flaggensprache wurde uns als dritter Punkt näher gebracht. Da dies aber das Schwierigste war, profitierten wir nicht so viel davon.

Abends hielten wir uns jeweils im Gemeinschaftsraum auf. Da gab es diese und jene Gelegenheit, um miteinander ins Gespräch zu kommen. Da ich mich für die schottische Kultur interessierte, kam es auch soweit, dass ich intensiv darüber redete und schlussendlich sogar einen schottischen Kilt mit allem dazugehörigen anziehen konnte. Interessant!

Ein Höhepunkt am Dienstag war, als uns ein BBC-Reporter über die Vor- und Nachteile der EU in Europa unterrichtete. Beim Nachfragen konnte er uns über die Rolle der Schweiz in der EU informieren, was sehr interessant war. An diesem Abend fand die Ländervorstellung statt. Wir entschieden uns für ein «Schwingfest», was die anderen sehr spannend fanden. Diese ein wenig «seltsame» Sportart kam gut an. Auch das bekannte Schweizer Volkslied «es Buurebüebli», nota bene sogar auf Englisch intoniert, verleitete alle zum Mitmachen.

Am Mittwochmorgen ging es dann mit dem Bus Richtung Süden. Unser Bus machte zuerst einen Stopp auf einer Milch-Farm. Danach konnten wir die grösste Milchverarbeitungsfabrik in Grossbritannien «Weissmann» besichtigen. Nach dieser sehr interessanten Führung ging es weiter an eine Ausstellung über das Bauern im letzten Jahrhundert. Am Abend konnten wir zu einer Familie aus der Umgebung und durften einen lustigen Abend bei ihnen verbringen. Am nächsten Morgen besichtigten wir ein Schloss. Nach kleinen Abstechern fuhren wir zurück zur Schule. Die Gastfamilien waren zum Abendessen eingeladen und so konnten wir noch andere Leute aus der Gegend kennen lernen.

Am Freitagmorgen ging es los mit Brückenbauen. Zwei Gruppen mussten je einen Teil einer Brücke bauen und sie nachher mit dem anderen Teil zusammenhängen. Die Schwierigkeit war, dass die Gruppen nur je dreimal zwei Minuten miteinander planen konnten. Kommunikation, das Schlagwort! Lustig waren die doch sehr guten Brücken anzusehen! Am Abend fuhren wir zur City-Hall. Dort konnten wir ein Gala-Menü geniessen, mit Haggis, dem schottischen Nationalgericht. Trotz aller Vorbehalte ist es doch sehr gut zum Essen. Leider geht alles zu Ende und am Samstagmorgen mussten wir schon Abschied nehmen. Diese Woche war sehr lehrreich: Leute aus anderen Ländern verstehen, Leute einander näher bringen, Freunde, neue Kulturen und Gepflogenheiten kennen lernen und erleben, dass man sich nicht nur mit der Sprache unterhalten kann, sondern auch mit Händen und Füssen.

Diese Woche war einfach genial und jedem zu empfehlen.