• Erika Lussi
  • 5. September 2005

Rally in Schottland

Endlich war es soweit! Das Abenteuer konnte beginnen. Wir reisten nach Schottland zum europäischen Rally 2005, welches dieses Jahr zum Thema: «Horizonterweiterung: Ein Europa - viele Kulturen» organisiert wurde. Hört sich doch spannend an!

Beginn des Abenteuers

Am 16. Juli 2005 früh morgens ging unsere Reise nach Schottland los. Die Reise dauerte mehrere Stunden. Nach einer Zwischenlandung in Frankfurt sind wir munter in Edinburgh angekommen. Wir wurden von Mitgliedern des Young Farmer Clubs (Landjugend) empfangen. Mit einem Car ging es weiter nach Perth in die Strathallan Schule, wo sich unsere Unterkunft befand. Die Zimmer waren gut ausgestattet, so wie auch die ganze Anlage. Nach dem Abendessen machten wir lustige Spiele, damit wir die anderen TeilnehmerInnen etwas kennen lernen konnten. Es waren rund 100 TeilnehmerInnen aus ca. 17 verschiedenen Ländern Europas anwesend.

Eröffnungsfeier

Am Sonntag fand die Eröffnungsfeier statt. Alle erschienen in ihren Trachten. Es war faszinierend, die Vielfalt der Trachten zu sehen. Ein Schotte mit einem Dudelsack und eine Frau tanzten. Mich faszinierten die Männer in ihren Schottenröcken. Am Anfang war dies noch etwas ungewohnt, aber im Verlaufe der Woche gewöhnte man sich schon fast daran. Uns interessierte natürlich, ob es wahr ist, dass die Männer unter den Röcken keine Unterhosen tragen. Ganz scheu fragten ein paar Schweizerinnen einen Schotten. Tatsächlich war es so! Er bewies es uns sogar...

Team-Power

Am Nachmittag wurden wir mit den Schwedinnen in eine Gruppe eingeteilt für die Highland-Games (Schottische Spiele). Wir waren als einzige Gruppe ein reines Frauenteam. Mit sehr viel Frauenpower absolvierten wir die Spiele und die verschiedenen sportlichen Aktivitäten. Einer der Höhepunkte war das Seilziehen! Wir gewannen sogar eine Runde gegen kräftige Männer! Juhui! Am Abend war das internationale Buffet angesagt. Jedes Team brachte aus seinem Land Spezialitäten mit. Es war sehr toll, so vieles degustieren zu können. Es fehlte an diesem Buffet vor allem nicht an Schnäpsen! Es herrschte eine gute Stimmung und man lernte einige neue Leute kennen.

Parlamentsgebäude

Am Montag machten wir diverse Aktivitäten zum Thema: «Kommunikation von einem Blinden». Am Abend besuchten wir das Parlamentsgebäude in Edinburgh. Viele kamen in ihren Trachten. Anschliessend waren wir in der Stadt zu einem Apéro eingeladen. Wir sahen dabei ein wunderschönes Schloss. Nach der Carfahrt zurück in unsere Unterkunft vergnügten wir uns noch in der Bar.

Viele Kulturen

Am Dienstag versuchten wir, einen schottischen Tanz zu erlernen. Dies war nicht ganz so einfach. Anschliessend machten wir eine Gruppenarbeit und hörten einen Vortrag über Landwirtschaft in Europa. Am Nachmittag konnten wir viele abwechslungsreiche Aktivitäten in gemischten Gruppen machen. Nach den letzten Vorbereitungen für die Landesvorstellung fand diese am Abend statt. Es war sehr interessant und spannend, die verschiedenen Darbietungen zu bewundern. Die Schweiz stellten wir mit Schwingen und mit Ländlermusik im Hintergrund vor. Als Höhepunkt sangen wir das «Burebuäbli» in Deutsch und Englisch. Zum Ausklingen des Abends fand die Hawaii-Party statt!

Einiges über Schottland

Am Mittwoch wurden wir in vier Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe ging mit dem Bus in eine andere Richtung. Meine Gruppe besuchte eine Verkaufsstelle auf einem Biohof. Dort sahen wir verschiedene Bio Produkte und die Verarbeitung von Fleisch. Nach der Weiterfahrt konnten wir eine Verkaufsstelle für Rinder und Schafe bewundern. Die Tiere wurden für die Fleischverwertung verkauft. Mir kam es vor, wie an einer Versteigerung. Nach dem Mittagessen ging es weiter zu dem schönen Städtchen St. Andrews. Dort hatten wir die Gelegenheit, etwas einzukaufen. Weiter ging es mit der Besichtigung des Schlosses Flakland. Das war sehr eindrücklich. Nach diesen interessanten Besichtigungen wurden wir von unseren Gastfamilie abgeholt. Am Abend konnten wir an einem Anlass der regionalen Landjugend teilnehmen. Das war toll! Wir machten eine Art Olympiade. Eines der verrücktesten Spiele war der Sprung ins Wasser, um einen Pingpong-Ball heraus zu holen!

Gastfamilie

Den nächsten Tag durften wir bei der Gastfamilie verbringen. Ich war mit einer Slowenin zusammen bei einem Ehepaar so um die 50 mit zwei erwachsenen Kindern. Der eine war Mitglied der Landjugend, musste aber an diesem Tag arbeiten gehen. So nahm sich seine Mutter sehr viel Zeit für uns. Sie zeigte uns einen Wasserbüffelhof, einen Milch- und ihren eigenen Getreide- und Mastrinderbetrieb. Sie erzählte einiges vom Land. Es war ein sehr interessanter Tag, wobei wir einiges über Schottland erfuhren.

Letzter Tag

Schon war unser letzter Tag angebrochen. Am Morgen machten wir eine Gruppenarbeit. Zum Abendessen gingen wir auswärts nach Perth in die Stadthalle. Alle kleideten sich ganz schön. Wir zogen die Tracht an und wurden mit einem Apéro empfangen. Das Abendessen fand in einem edlen Saal statt. Zum Einstieg spielte Dudelsack-Musik und alle standen auf dazu. Es fror mich richtig, es war so eindrücklich! Nach einem mehrgängigen Essen tanzten wir diverse schottische Tänze. Dies war total amüsant und wir kamen ins Schwitzen! Mit Bussen wurden wir wieder in unsere Unterkunft gebracht. Dort klangen wir den Abend in der Bar aus!

Abschiednehmen

Das OK des Rally 2005 in SchottlandAm Samstag war es soweit und es hiess Abschiednehmen. Mit Bussen wurden wir zum Flughafen gebracht. Dort mussten wir uns dann endgültig trennen von den vielen neuen Bekannten. Bis auf Karin blieben wir Schweizerinnen noch ein paar Tage hier in Schottland, um das Land zu bereisen.

Zum Schluss

Das Rally war einfach absolut genial! Es war sehr interessant und spannend, so viele Leute aus Europa, deren Lebensweise und Kultur kennen zu lernen. Wir erfuhren auch vieles über Schottland. Die Organisationsgruppe hatte dies wirklich super organisiert! Herzlichen Dank allen, die dazu beigetragen haben! Es ist sehr empfehlenswert, an ein solches Treffen zu gehen. Wer die Möglichkeit hat, soll diese Chance nutzen! Es ist ein lohnenswertes Abendteuer, von dem man mit viel guter Erfahrung und Erinnerung nach Hause kommt!