European Rally 2017, Lettland

| Mehr

Karin Wyss - 29. August 2017

A.I.R. – be Active get Inspired think Rural

Bevor wir uns (Andreas, Christian, Thomas, Markus und Ich) auf den Weg nach Riga machen konnten, hatten wir noch eine kleine Aufgabe zu erfüllen. Passend zum Motto, ging es darum Luft aus dem Heimatland mitzubringen und ein Video beim «Lufteinsammeln» zu drehen. Am Samstag ein Tag vor dem offiziellen Beginn der Rally nahmen wir den Flieger nach Riga. Dort trafen wir schon bald auf die beiden deutschen Teams und das Team aus Wales. Zusammen verbrachten wir einen tollen Abend in einer Bar in Riga. Am nächsten Morgen nahmen wir noch an einer gratis Stadtführung in Riga teil, bevor wir mit dem Zug nach Sigulda fuhren. Von dort brachte uns ein Bus zusammen mit den anderen Teams nach Ratinieki, einem Campus der lettischen Universität. Nach der Ankunft wurden wir auf verschiedene Zimmer aufgeteilt und hatten die Möglichkeit die anderen Rally-Teilnehmer besser kennen zu lernen. Danach startete bereits der erste Partyabend.

Nach dem Zmorge, ein wenig Morgengymnastik und Aufwärmspielen war es Zeit für die Eröffnungszeremonie. Alle Teilnehmer präsentierten sich in traditioneller oder landestypischer Kleidung. Nach der Begrüssung, umrahmt von lettischem Gesang, wurden die Gruppenfotos mit dem Maskottchen (einer Holzkuh mit der Schweizer Rally-Glocke) zur Erinnerung gemacht. Nach dem Mittag gab es einen Teambildungsevent. Bunt durcheinandergewürfelt hatten wir mehrere Aufgaben zu lösen. Schon bald war es wieder Zeit für das Abendessen. Anschliessend lernten wir ein paar lettische Volkstänze und hätten am liebsten gar nicht mehr aufgehört. Nach dieser tollen Vorlage startete die zweite Partynacht.

Am Dienstag gab es verschiedene Vorträge und Diskussionen zum Thema Menschenrechte. Die noch längst nicht in allen Ländern gleich gelebt und wahr genommen werden. Am Abend wurde dann das schon lang erwartete internationale Buffet eröffnet. Alle Teams hatten Spezialitäten aus ihrem Land mitgebracht. Neben Süssigkeiten und diversen Getränken, konnte man auch Brot und Fleischspezialitäten degustieren. Viele Teilnehmer waren von unserem Raclette und dem dazugehörigen Öfeli begeistert. Es ergaben sich interessante Gespräche und viele neue Kontakte. Der Übergang zum nächsten Partyabend war fliessend.

Am Mittwoch gingen wir auf eine Exkursion. Wir besuchten einen Milchfarmer, der nach dem Ende der Sowjetunion, die Möglichkeit hatte Land zu erwerben. Mit dem Bau einer eigenen Milchverarbeitungsanlage (Jogurt, Glace, Trinkmilch, …) zusammen mit der Direktvermarktung konnte er die Wertschöpfung auf seinen Betrieb steigern. Der Betriebsleiter setzt auf eine möglichst natürliche Fütterung. Sein Ziel ist die aktuellen Kosten auf 25ct für einen Liter Milch zu senken (aktuell wird in Lettland knapp über 30ct/l bezahlt). Zum Mittagessen gingen wir in eine Stadt, dort hatten einige von uns die Möglichkeit beim Radio vorbei zu schauen. Der Rest ging auf die Suche nach lokalen Produkten, um die lokale Landwirtschaft zu unterstützen. Für den Zvieri machten wir noch einen Abstecher in den Nationalpark um zu entspannen oder die Natur zu erkunden. Nach dem Abendessen ging es los mit den Country Sketchs, die jedes Team selbst zusammengestellt hat.

Am Donnerstag wurde eine European Championship durchgeführt. Bei vielen Posten war vor allem Geschicklichkeit und Koordination gefragt. Am Ende belegten wir den dritten Platz! Am Nachmittag gab es noch ein kleines Volleyballturnier, bevor wir uns, mit dem Car, auf zum Strand machten. Dort wurden wir beauftragt ein Feuer machen. Nach einem entspannenden Aufenthalt in der Ostsee, grillierten wir unsere Würste auf Haselnussstecken. Das Team aus Wales, das ebenfalls an unserem Tisch sass, war sehr imponierte über die Schweizer Grillkünste. Später gestanden sie uns sogar, dass sie ohne uns ein bisschen verloren gewesen wären. Ebenfalls auf unsere Hilfe, besser gesagt auf die Hilfe aller Anwesenden angewiesen war unser Carchauffeur. Dieser versuchte im Sand zu wenden und versenkte seinen Car im weichen Boden. Mit ein paar Schaufeln und mit vereinten Kräften war der Car nach kurzer Zeit wieder aus seiner misslichen Lage befreit.

Nach diesem ereignisreichen Tag, kam mir der Freitag schon sehr gemütlich vor. Wir versuchten uns als europäisches Jugendparlament und diskutierten über die Förderung des ländlichen Gebiets. Den Tag liessen wir anschliessend in der Sauna und im Hotpot ausklingen.

Viel zu schnell war die Woche wieder vorbei, schon brach der letzte Tag an. Zur Erinnerung und zur Feier des 60. Geburtstag der Rural Youth Europe pflanzten wir ein paar Bäume. Mit einer kurzen Runde durch den Wald schauten wir am Nachmittag an verschiedenen Stationen auf die vergangene Woche zurück. Am Abend fand das grosse Gala Dinner statt. Alle Teilnehmer zeigten sich von der schönsten und elegantesten Seite. Es wurde gefeiert bis die ersten abreisen mussten und noch länger.

Zusammengefasst eine sehr schöne, erlebnisreiche Woche mit vielen internationalen Freunden von denen man sich gar nicht mehr verabschieden wollte. Viele werden Freunde fürs Leben bleiben. Ich kann jedem eine Teilnahme an einer RYE Rally wärmstens empfehlen und würde jederzeit wieder gehen.

Navigation