• Karin Haenni Eichenberger, Seetaler Bote
  • 12. Oktober 2013

Riesengaudi für Alt und Jung

Mit der Wahl des Theaterstücks «uf de Chratzlialp» von Seppi Brun traf die Landjugend Seetal voll und ganz den Geschmack des Publikums – vor lauter Lachen blieb kaum ein Auge trocken.

 

Praktisch bis auf den letzten Platz besetzt war der Lindenfeldsaal Eschenbach LU am Sonntagnachmittag. Nicht wirklich erstaunlich, meint der Regisseur Thomas Bieri augenzwinkernd, so seien die regelmässigen Produktionen der Landjugend Seetal doch weitherum in positiver Erinnerung. Zudem sei der Autor des Stücks «Uf de Chratzlialp», Seppi Brun aus Ottenhusen LU, ein erfolgreicher zeitgenössischer Schweizer Dramatiker.

Was macht den relativ häufig gespielten Vierakter so beliebt? Bieri: «Es handelt sich weder um eine klassische Verwechslungskomödie noch um eine Aneinanderreihung von hundertmal gehörten Witzen. Die Story ist vielmehr geprägt von geschliffenen Dialogen und einer schwungvollen Dramaturgie.»

 

Heiris Testament

Und darum geht es in etwa: Nach dem Tod des Bauern Heiri könnte das Leben auf der Chratzlialp eigentlich ganz angenehm sein. Wenn da bloss nicht Heiris Testament wäre. Dieses besagt, dass der Hof nur jener bekommen soll, der ihn ein halbes Jahr lang genauso bestellt, wie es Heiri bis zu seinem Hinschied tat. Also ohne Storm, ohne Landmaschinen, ohne fliessend Wasser, ohne jeglichen Komfort. Ausserdem dürfen der Knecht Miggel und die Magd Sophie keinen Finger krumm machen, wenn sie je die in Aussicht gestellten Fr. 100000.– erben wollen. Bauernschlau wie der Heiri war, hat er seinen Bekannten, Professor Habergrütz, bevollmächtigt, auf der Chratzlialp mit Sperberaugen darauf zu achten, dass nicht gemogelt wird. Nach anfänglichem Zögern entschliessen sich die im Testament – provisorisch – bedachten Verwandten, die Herausforderung anzunehmen und zu fuhrwerken wie zu Gotthelfs Zeiten. Schwindeleien und Tricksereien sind da vorprogrammiert.

 

Zuschauer zum Lachen gebracht

Beeindruckend, wie professionell und überzeugend die jungen Laienschauspieler die verliebten, faulen, fleissigen, falschen, guten und bösen Charaktere gaben. Und herrlich mitanzuhören, wie sie mit ihrer Performance die Zuschauerinnen und Zuschauer zum Lachen brachten. Agnes Stadelmann aus Malters LU, tupft sich gerade die Augen mit einem Taschentuch trocken: «Habe schon lange nicht mehr so gelacht.» Ihre Sitznachbarin Martha Schöpfer aus Schüpfheim LU doppelt nach: «Wirklich sehr, sehr lustig, bin restlos begeistert.»

Der Ausgang der Geschichte sei der Spannung halber nicht verraten.