• Susanne Kuhn
  • 6. Mai 2011

Umstrukturierung fordert Auflösung der Zürcher Landjugendvereinigung

Aufgrund der schweizweiten Umstrukturierung der Landjugend wurde die Zürcher Landjugendvereinigung am vergangenen Sonntag im feierlichen Rahmen aufgelöst.

Bereits vor einem Jahr hat die Schweizerische Landjugendvereinigung an ihrer DV über eine Strukturänderung befunden. Nach einer erfolgreichen Pilotphase in der Innerschweiz wurden die bisher 20 Kantonalorganisationen in sechs Regionen zusammengeschlossen. Für den Kanton Zürich bedeutete dies den Anschluss an die im November neu gegründete Region Nord, gemeinsam mit den Kantonen Thurgau, Aargau und Schaffhausen. Nach diesen Schritten war die Auflösungsversammlung der Zürcher Kantonalvereinigung eine reine Formsache. Es wurde auf die vergangenen rund 55 Jahre Vereinsgeschichte zurückgeblickt und das Geschaffene gewürdigt.

Der Einladung zur letzten ordentlichen DV folgten am Maifeiertag rund zwei Dutzend Interessierte. Die Besenbeiz „zum Talgarten“ der Familie Erb in Bachs bot eine ideale und gemütliche Kulisse für den denkwürdigen Anlass. Zum Einstieg wurden die Anwesenden mit einem reichhaltigen und köstlichen Brunch verwöhnt.  Im Anschluss eröffnete der Präsident, Martin Dändliker, die Versammlung. Das Protokoll der DV 2010, der Jahresbericht sowie die Rechnungen des Stallstiefelrace, der beiden Skilager 2010 und 2011 und der Kantonalkasse wurden genehmigt und verdankt.

Als das Auflösungstraktandum anstand, überbrachte Susanne Kuhn, Kantonalpräsidentin 2003-2006, stellvertretend die Grussworte des Mitbegründers und ersten Präsidenten, Willy Peter. Er blickte zurück auf die Nachkriegszeit, in welcher die neue Lebensfreude und das aufgestaute Bedürfnis nach zukunftsfrohem Leben vor rund 55 Jahren zur Gründung der Landjugend führten. Kulturelle Veranstaltungen, persönliche und berufliche Weiterbildungen und gesellige Anlässe wurden durch die unternehmungslustigen Gruppen organisiert. Als besondere Höhepunkte sind die jährlichen Tagungen im vollen Kongresshaus Zürich mit bald üblichen Referaten, beispielsweise von Stadtpräsidenten, zu erwähnen. Die sonntäglichen Zusammenkünfte der Jugend vom Land mit oftmals über tausend lebensfrohen Gemütern sind bei denen die dabei waren in lebendiger Erinnerung. Auch die Sommertagungen, z. B. auf dem Uetliberg, der Halbinsel Au, auf dem grössten, kurzfristig für einen Tag gemieteten, nagelneuen Zürichseeschiff Linth und die Extrafahrt ab Zürich auf den Rigi-Kulm bleiben unvergesslich.
Die Landjugendanlässe hatten durchaus auch erwünschte Nebenerscheinungen. So bahnten sich manch gemeinsame Wege an. Wie schön es doch ist, dass manche wackere Familie ihren eigentlichen Ursprung in der Landjugend gefunden hat!
Die Anwesenden freute es zudem zu hören, dass die noch rüstigen Mitglieder der ersten Gruppe noch immer 2 Mal im Jahr gefreuten Kontakt miteinander pflegen – Willy Peter, seines Zeichens 88 Jahr jung, habe gerade eben die Einladung zum nächsten Veteranentreffen verschickt.

Beno Bosshard betonte, dass es sich beim heutigen Anlass nicht um eine eigentliche Vereinsauflösung, sondern um eine Umstrukturierung handle. Als Vertreter des Zürcher Bauernverbandes, nimmt der Kantonalpräsident 2006-2009 auch im neuen Vorstand der Region Nord Einsitz. Der Zürcher Bauernverband unterstützt die Zielsetzungen der Landjugend und ist weiterhin an einer guten Zusammenarbeit interessiert. Die Statuten der Zürcher Landjugend sehen im Auflösungsfall vor, dass das restliche Vermögen dem ZBV zukommt. Hans Staub, Präsident ZBV, hat jedoch mittels einer Verzichtserklärung verfügt, dass das verbleibende Vermögen von rund Fr. 18'000 unter den weiterhin aktiven Zürcher Regionalgruppen aufgeteilt und zur Weiterbildung und zur Förderung des Zusammenhalts der Jugend im ländlichen Raum eingesetzt werden soll.

Stabsübergabe der Zürcher Landjugend (Präsident Martin Dändliker, Hombrechtikon) an die Region Nord (Präsident Adrian Bleuler, Stadel b. N.)Zu guter Letzt wurde die ehrwürdige Landjugendfahne unter hitzigem Mitbieten aller Anwesenden zu einem guten Zweck „amerikanisch“ versteigert. Nach einigen lauten und bangen Momenten, konnte die Fahne an den neuen Besitzer, Daniel Hess aus Bäretswil, überreicht werden. Der stolze Gesamtbetrag von Fr. 635.- geht zu Gunsten des Werkheims in Uster. Im geselligen Rahmen fand die Versammlung ihren Abschluss. Neues wird sich nun zu bewähren haben und manches Aufgebaute ist nicht mehr da. Sicher ist aber, wie von Willy Peter treffend auf den Punkt gebracht: die Erinnerungen daran leben lebenslänglich.