• Judith Husistein
  • 21. März 2011

Das Feuer der Landjugend brennt

Am Wochenende vom 12. / 13. März fand in Worb BE die 55. Delegiertenversammlung der Schweizerischen Landjugendvereinigung statt. Wie immer war es keine trockene Versammlung. Das Rahmenprogramm sorgte bereits ab Samstagmittag für ausgezeichnete Stimmung und auch die mehrstündige Versammlung am Sonntag war dank vieler humorvoller, spritziger Einlagen niemals langweilig.

Mehr als 100 Landjügeler trafen bereits am Samstag in Worb ein, denn in diesem Verein wird auch eine DV zu einem Fest für Junge aus allen Landesteilen gemacht. Zwei Referate zu den Themen «Stroh zu Gold spinnen» – Flechten und Spinnen: Entdecke alte Handwerke sowie «Sprechen ohne Worte» – Lerne die Bedeutung der Körpersprache kennen standen am Samstagnachmittag auf dem Programm. Manche waren verblüfft, wie wenig wir durch Worte und wie viel wir durch die Körpersignale aussagen. – Obwohl die Landjugend keinen kirchlichen Hintergrund hat, gehört zu Delegiertenversammlungen stets auch eine Besinnung. Drei jungen Frauen aus dem Nationalen Vorstand gestalteten eine eindrucksvolle Feier zum Thema Freundschaft – nicht in einer Kirche sondern auf einem Bauernhof. Und es war ein eindrucksvolles Bild, als zum Schluss viele Ballone zum Himmel schwebten, an denen die Landjügeler Karten mit ganz persönlichen Wünschen befestigt hatten. Der Samstagabend stand ganz im Zeichen von Musik, Tanz und Geselligkeit. Etwa 1000 Gäste aller Generationen feierten gemeinsam, manche bis in die Morgenstunden.

Adieu Luzia Föhn...

Zum dritten und letzten Mal stand die junge Muotathalerin Luzia Föhn als Präsidentin bereits am frühen Sonntagmorgen vor einem vollen Saal und führte in ihrem melodiösen Dialekt unkompliziert und speditiv durch die Versammlung. «Grad eso dass fägt, wird s Landjugendfeeling gläbt», so schloss sie ihren lebhaften Jahresbericht, der auch den älteren Gästen einen Einblick in die Aktivitäten des vergangenen Landjugendjahres ermöglichte. Und wahrhaftig: Sogar eine DV «fägt» bei diesem Verein und wird, wenn nötig, durch Tanzeinlagen, gemeinsamen Gesang und Bewegung aufgelockert. 

Die Traktandenliste war im Gegensatz zu den letzten Jahren frei von emotionsgeladenen Themen. Das einheitliche Logo ist erfolgreich eingeführt worden und gefällt inzwischen wohl auch den anfänglichen Skeptikern, die Strukturen wurden angepasst, sodass die Landjugend nun ein klares Leitbild hat und die 67 Gruppen mit insgesamt knapp 3500 Mitgliedern arbeiten seit kurzem in sechs Regionalen Gruppierungen eng zusammen. Einzig die roten Zahlen in der Rechnung 2010 und beim Budget 2011 gaben Anlass zu einigen engagierten Voten. Ehemalige Vorstandsmitglieder warnten jedoch davor, wegen eines defizitären Jahres und eines Budgets ohne schwarze Zahlen gleich pessimistisch zu werden. Wichtiger als viel Geld sei eindeutig der Zuwachs an Mitgliedern, was dank gezielter Werbung und Marketing im vergangenen Jahr erreicht wurde.

...willkommen Ueli Niederberger

Grosse Veränderungen gab es im elfköpfigen nationalen Vorstand, was allerdings ganz normal ist, da die jungen Frauen und Männer ihr Amt meist nur drei bis vier Jahre behalten. Ausser der Präsidentin Luzia Föhn gaben auch Eveline Wallimann, Rita Diener und Erika Diethelm ihren Rücktritt bekannt. Alle vier wurden sowohl von ihren «Vorstandsgspänli» – wie sie sich gegenseitig bezeichnen – als auch von den Regionen, welche sie betreut haben herzlich und humorvoll beschenkt und verabschiedet. Fotos der vier Frauen zeigten einen kleinen Querschnitt durch Kurse, Sitzungen, Reisen und Veranstaltungen der Landjugend. 

Die abtretende Kassierin Erika Diethelm wurde gleich als Revisorin gewählt, im Vorstand haben drei Männer und eine Frau die Plätze der vier Frauen eingenommen. Karin Studer aus Kriens LU, Adrian Bleuler aus Stadel ZH, Dominic Kempf aus Flüelen UR und Peter Schlegel aus Eichberg SG werden künftig einen grossen Teil ihrer Freizeit der Landjugend widmen und die Geschicke dieses dynamischen, geselligen und weiterbildenden Vereins mitgestalten. Neuer Präsident ist der 24-jährige Bäcker-Konditor Ueli Niederberger aus Wolfenschiessen NW, der seit zwei Jahren dem Vorstand angehört.

Landjugend muss man erleben

In witzigen Sketchs wurden die drei Arbeitsgruppen AG Landwirtschaft, AGwww und das Redteam vorgestellt, welche sich gezielt mit Landwirtschaftsthemen, Internet und dem Gestalten der Vereinszeitschrift zoom befassen. – Einfallsreich, fröhlich und kabarettwürdig machten anschliessend die jeweiligen OKs auf das HIT am 10./11. September 2011 im Tessin, die DV 2012 in Altdorf UR und den Landjugendwettbewerb vom Juni 2012 in Oberriet SG «gluschtig». Da fehlten weder Cowboys und Cowgirls aus dem wilden Osten noch die Sprengung am Zugloch oder die Spaghettibäume im verregneten Tessin. Es wurde klar, bei so viel Power, so vielen engagierten Jungen im Vorstand, so einfallsreichen OKs und so begeisterungsfähigen Mitgliedern wird die Aussage eines ehemaligen Vorstandsmitgliedes ihre Gültigkeit behalten:«Die Landjugend kann man nicht beschreiben, die Landjugend muss man erleben.»

Danke schön!

Wer Worb BE bisher nur aus dem Sketch mit dem blauen Bahnli kannte weiss nach diesem Wochenende: Der Weg nach Worb hat sich gelohnt! Das zehnköpfige OK unter der Leitung von Daniela Rolli hat eine Superarbeit geleistet, das Küchenteam mit feinem Essen verwöhnt und das Landjugendfeeling war überall spürbar.