• Christine Heller, Katrin Günter
  • 17. September 2008

Erlebnisreiche Rally in Landquart

Vom 26. Juli bis am 2. August fand in Landquart GR das 50. Europäische Landjugendtreffen «European Rally 2008» der Europäischen Landjugend «Rural Youth Europe» RYE statt. Rund 110 Jugendliche aus 15 verschiedenen Ländern nahmen teil. Das Thema der diesjährigen Rally war «Nature and Technology» (Natur und Technik).

Feierliche Eröffnungsfeier

Nach zwei Jahren intensiver Vorbereitungsarbeit des Organisationskomitees konnte Delme Harries, Präsident von Rural Youth Europe, die festlich in ihren Landestrachten gekleideten Rallyteilnehmenden offiziell begrüssen. Wie es die Tradition vorgibt, läutete OK-Präsidentin Evelin Matzinger die 50. Rally mit der «Rally-Bell» ein. Die Kuhglocke mit Herkunft Schweiz wandert seit 1982, als die Rally auch schon in der Schweiz durchgeführt wurde, von Rally zu Rally. Am Nachmittag wurden die Teilnehmenden durch den Landwirtschaftsbetrieb des Plantahof geführt und erhielten interessante Informationen zur Bewirtschaftung des Betriebes. Dann begannen die beliebt berüchtigten «Ice breaking games»! Diese Spiele dienten dazu, einander kennen zu lernen und das sprichwörtliche Eis zu brechen. Das Abendessen wurde am internationales Buffet eingenommen. Jedes Team brachte kulinarische Spezialitäten aus seinem Heimatland mit, die von allen gekostet werden konnten. Dies war nicht ein allzu gesundes Nachtessen, da viele Süssigkeiten sowie verschiedenste Schnäpse und Liköre in beachtlicher Zahl vorhanden waren. Und so gestaltete sich der Abend gesellig und lustig und brachte auch das letzte Eis zum Schmelzen.

Land Art - Kunstwerke aus Naturmaterialien

Am Montag hiess es gutes Schuhwerk anziehen, Lunchpaket fassen und sich in der Halle zur Information zu treffen. An diesem Tag war «Nature» angesagt und zwar in Form von «Land Art»! Die Wanderung führte in Richtung Jenins GR, zu zwei verschiedenen Flussschleusen. Die 5er Gruppen hatten drei Stunden Zeit um ein Kunstwerk aus den vor Ort vorhandenen Naturmaterialien zu gestalten. Unglaublich, was in dieser Zeit für Kunstwerke entstanden sind! Der Rückweg führte durch die schönen Rebberge der Bündner Herrschaft. Die Wasserschlacht am Dorfbrunnen auf der Strecke war an diesem heissen Tag eine willkommene Abkühlung. Der Naturtag war für die Gäste aus England, Schottland und Irland recht anstrengend, da es in diesen Länder nicht üblich ist, so weit zu wandern. Am Abend wurde in einer gemütlichen Runde zusammengesessen und Lieder aus dem Rally-Liederbuch gesungen. Natürlich liessen es sich die Schweizer nicht nehmen, ihren Gästen Schweizer Lieder wie «Es Burebüebli» oder «Ewigi Liebi» vorzusingen. Dies animierte auch die anderen Teams ein Volkslied aus ihrem Land vorzutragen. Trotz aller Bemühungen konnte aber kein Team auch nur im Geringsten mit den Gesangskünsten des Gruppe aus Wales mithalten.

Energie!

Der Dienstag war dem Thema «Energie» gewidmet! In Gruppen besuchten wir ein Wasserkraftwerk, ein Solarkraftwerk und in eine Biogasanlage in der Region. Die Besichtigung der verschiedenen Anlagen wurde von Fachpersonen geführt. Am Nachmittag wurde über die verschiedenen Möglichkeiten der Energiegewinnung diskutiert. Wir suchten nach Möglichkeiten, wie wir einerseits Energie einsparen und andererseits umweltfreundlich Energie gewinnen könnten. Nach diesen spannenden Diskussionen wurden verschiedene Spiele im Freien gemacht. Das Abendprogramm wurde von jeder vertretenen Nation mit einer 2-3 minütigen Präsentation gestaltet, sei es mit Gesang, Theaterspiel, Sketch oder einem Quiz! Diese Darbietungen waren sehr kreativ, amüsant, unterhaltsam und - voller Energie!

Bereichernder Gastfamilienaufenthalt

Oh, schon wieder Wandern!? Dies war am Mittwoch die grosse Angst der Schotten, Engländer, Iren,... da es für die einen in die Flumserberge, für die andern in die Lenzerheide und für die letzte Gruppe nach Chur ging. Doch alle wurden verschont von langen Wanderungen. Stattdessen gab es für einige eine Mutproben zu bewältigen, nämlich auf einen Sessellift oder in eine Gondelbahn zu sitzen! Die Abfahrt wurde auf einem Trotinett bewältigt, was natürlich ein Highlight war!

Am Plantahof angekommen, wurden einige der Teilnehmenden von Gastfamilien abgeholt, während die anderen mit dem Zug zu ihren Familien fuhren. Der so vermittelte Einblick in das Alltagsleben der Schweizer Familien war für die europäischen Gäste sehr interessant und eine Bereicherung für Gäste und Gastfamilien. Alle Rally-Teilnehmenden verbrachten eine Nacht auswärts und am nächsten Tag unternahmen die Familien individuell etwas mit den Gästen. Am Donnerstagabend kamen die Gastfamilien mit ihren Gästen für ein Barbecue zum Plantahof zurück. Die vielen lustigen Erlebnisse bei den Gastfamilien sorgten bis in die frühen Morgenstunden für Gesprächsstoff.

1. August - Swiss day

Schwingen, Käserollen und Fahnenschwingen: Die 110 Rallyteilnehmerinnen und -teilnehmer beendeten eine unvergessliche Woche mit einer geballter Ladung Swissness. Am Nationalfeiertag der Schweiz lernten die Gäste aus 19 europäischen Ländern die Schweizer Kultur in Workshops näher kennen. Als spezieller Höhepunkt einer Rally gilt der Schlussabend mit dem ?Final Dinner?. Passend zum Tagesprogramm wurde den Gästen zum Nachtessen ein Fondue serviert, das auf grosse Begeisterung stiess. Bei Musik und Tanz konnte der Mix der verschiedenen Nationen nochmals intensiv gepflegt werden. Jeder Rally-Teilnehmer durfte ein Diplom - als Teilnahmebestätigung der Rally - in Empfang nehmen. Die Rally 2009 findet in Estland statt. Mit einer feierlichen Geste überreichte OK-Präsidentin Evelin Matzin-ger dem Team aus Estland die Rally-Bell, eine Kuhglocke, die von Gastgeberland zu Gastgeberland weiter-gegeben wird.

Dass einige Teilnehmenden bereits um fünf Uhr in der früh die Rückreise antreten mussten, konnte der guten Stimmung nichts anhaben. Gefeiert wurde bis in die frühen Morgenstunden. Dies ist durchaus nachvollziehbar, können doch die meisten Landjügeler nur einmal in ihrem Leben an einer Rally teilnehmen.

Mehr unter: www.landjugend.ch/rally08