• Christian Burkhalter
  • 1. September 2006

BLJV-Kinderlager im Gustistall

22 Kinder, neun Leiter, eine Kuh, ein Pferd und zwei Ziegen verbrachten die Woche vom 17. – 22. Juli 2006 in Saanen BE in einem Gustistall. Der Gustistall wurde dieses Jahr aber im Gegensatz zum letzten Jahr ausschliesslich zum Schlafen genutzt, bei herrlichem Sommerwetter mit höchstens einem erfrischenden Sommergewitter am Abend, brauchte man den Stall tagsüber kaum. Auch die Tiere kamen ohne Stall aus, tagsüber unter einer Schatten spendenden Tanne angebunden und nachts frei auf der Weide genossen auch sie diese Woche in der Höhe.

Angemeldet heisst nicht teilgenommen

Dieses Jahr musste das Lagerteam erfahren, das angemeldet nicht teilgenommen heisst. Nachdem das Lager bei Anmeldeschluss mit über 30 Kindern voll war und deshalb keine Werbung mehr gemacht wurde, meldeten mehrere Eltern ihre Kinder aus den verschiedensten Gründen wieder ab. Eine Woche vor dem Lager noch Kinder für eine Woche Ferien zu suchen erwies sich als sehr schwierig, da die Ferien bei den meisten Familien frühzeitig geplant werden. Dies war etwas schade, denn der Aufwand so ein Lager zu organisieren bleibt in etwa der gleiche, ob nun 22 oder 32 Kinder teilnehmen.

Steiler Start und Reiten auf Fortuna

Nachdem der Montag vor allem mit Anreisen, Kennenlernen und Einrichten ausgefüllt war, gings am Dienstag schon recht ins Steile, eine Wanderung aufs Rellerli war angesagt. Unterwegs durften wir einer Älplerfamilie noch beim Käsen zuschauen und auch etwas naschen. Dies ist alle Jahre für einige Kinder ein eindrückliches Ereignis, kommt doch die Milch von den Kühen im Stall, welcher gleich neben dem Raum mit dem Kessi liegt, und müssen die Käser nicht Milchbeutel aus dem Migros öffnen, um Käse herzustellen. Mit Postenarbeiten zu einer Sage aus Saanen, Reiten auf dem Pferd Fortuna, Musizieren, Wald kennen lernen, Basteln und Kochen verbrachten wir am Mittwoch unseren Tag.

Schnee allein reicht nicht zum Skifahren

Am Donnerstag unterteilten wir die Kinder in Gruppen und besuchten Bauernfamilien um dort auch etwas Hand anzulegen. Bergweiden jäten war nicht jedes Kindes liebste Sache, und doch schadet es nichts, wenn jeder mal gesehen hat, was es braucht, dass die Kühe überhaupt gute Futtergräser vorfinden und dass es im Winter nicht bloss Schnee braucht zum Skifahren, sondern auch baum- und strauchfreie Hänge. Beim feinen Mittagessen und «Zvieri» waren jedenfalls alle voll dabei - ein herzliches Dankeschön den Bauernfamilien!

Vom Viehhandel und verhagelten Ernten

Am Freitag konnten die Kinder dann selber loslegen mit Bauern. Bei unserem Bauernhofspiel konnten sie selber an Posten Geld verdienen und für dieses Geld Kühe, Essen und Felder kaufen. Zwischendurch erwischten sie auch mal eine Schicksalskarte und es konnte weniger geerntet werden, wie es halt beim richtigen Bauern so ist.

Älpler-Lagerleben

Nebst diesen spannenden Tagesprogrammen war natürlich auch das tagtägliche Lagerleben von Bedeutung. Gekocht haben wird draussen auf dem Feuer, die Kuh und die Ziegen wurden täglich zweimal gemolken und lieferten ihren Teil zum Menuplan bei. Gemütliche Lagerfeuerstunden mit Singen und Plaudern gehörten ebenso dazu wie die allabendliche Gutnachtgeschichte. So verging rasch eine unvergessliche Woche in Saanen. Ein herzliches Dankeschön allen, die uns in dieser Woche in irgendeiner Art behilflich waren, vor allem den Leuten aus Saanen, die uns in allen Belangen ganz herzlich unterstützten.

Interesse?

Das Kinderlager der Bernischen Landjugendvereinigung ist jeweils für Kinder zwischen 9 und 12 Jahren und wird in den Sommerferien durchgeführt. Wer nächstes Jahr unseren Flyer erhalten möchte kann schon heute seine Adresse mit dem Vermerk «Ferienkinderlager» an folgende Adresse senden: Christian Burkhalter, Lindachwald, 3038 Kirchlindach